Praxis für Ergotherapie
Antje Sieger-Knöbel

SI ... Sensorische Integration

Unter dem Begriff "sensorische Integration" (Sensomotorische Ergotherapie) versteht man sowohl einen neurologischen Prozess als auch ein Theoriemodell, dass den Zusammenhang zwischen diesem neurologischen Prozess und Verhalten beschreibt.


Definition "Sensorische Integration" (Jean Ayres, 1989)

Unter sensorischer Integration versteht man jenen neurologischen Prozess, bei dem vom eigenen Körper und der Umwelt ausgehende Sinneseindrücke geordnet werden, und der es dem Menschen ermöglicht, seinen Körper innerhalb der Umwelt sinnvoll einzusetzen. Räumliche und zeitliche Aspekte der verschiedenen Sinneseindrücke werden interpretiert, verknüpft und vereint. Sensorische Integration bedeutet Verarbeitung von Informationen. Das Gehirn muss unter ständig wechselnden Bedingungen sensorische Informationen auswählen, vergleichen und verknüpfen bzw. die Aufnahme verstärken oder verhindern. Mit anderen Worten: Das Gehirn hat die Aufgabe, Informationen zu integrieren.

neurolog. Prozess ...Verarbeitung im Zentralen Nervensystem (Rückenmark, Hirn) Sinneseindrücke ...Propriozeption (Eigenempfinden), Taktil(fühlen), auditiv (hören), Vestibulär (Gleichgewicht), visuell(sehen), gustatorisch(schmecken), olfaktorisch (riechen) Propriozeption ... Eigenempfinden ... alle Bewegungen aus Muskeln und Gelenken ...Tiefensensibilität: Kraftsinn (Vermittelt das Ausmaß an Muskelkraft um Bewegung auszuführen), Bewegungssinn (Vermittelt Richtung und Geschwindigkeit einer Bewegung), Stellungssinn (Vermittelt Lage der einzelnen Glieder und ihre Stellung zueinander; wie und wo befinden sich meine Gelenke im Raum) Taktil Epikritische System... Sensibilität; erfühlen bzw. ertasten von Oberflächen und Formen mit Zielgerichteter Aufmerksamkeit auf den Reiz Prothopatische System... z.B.: Empfindung von Kleidung, Sand; Die Empfindungen haben eine starke Affektbetonung (Lust/ Unlust). Sie sind sehr unbestimmt, wenig abgrenzbar und lokalisierbar SI- Störung ...ist eine Störung in den Verarbeitungszentralen des neurologischen System


Welche ärztlichen Diagnosen sind eine Indikation für die Sensorische lntegrationstherapie?

  • Sensomotorische Dyspraxien (Störung der Bewegungsplanung)
  • ADS-Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom
  • Entwicklungsstörungen
  • Psychosomatische Störungen
  • Psychosoziale Störungen

Was beinhaltet die Sensorische Integrationstherapie?

  • Eine genaue Beobachtung der Sinnesaufnahme und einen Befund der Hyper- und Hyposensibilitäten (hyper = über, hypo = unter)
  • Eine differenzierte Diagnostik der Sinnesverarbeitung
  • Den gezielten Einsatz von Handlungs- und Bewegungsangeboten durch spezielle Geräte (z.B. besondere Schaukeln) oder bestimmte Materialien, die auf die besonderen Bedürfnisse der Patienten abgestimmt sind. Damit werden die Basissinne (Gleichgewicht, Tast- und Tiefensensibilität) zur Verbesserung der Wahrnehmungsverarbeitung angesprochen.

Ziel ist die Verbesserung der Handlungskompetenzen. Diese Behandlungsform wird vorwiegend bei Kindern angewandt, nimmt aber bei Jugendlichen und Erwachsenen zu.


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